Chronische
Erkrankungen, aber auch Herpes-Infektionen können zu
schweren Ent-zündungen der Augen führen.
Vom Tierarzt abklären lassen!
Die
Augen der Katze sind ein Wunderwerk der Natur. Ihre spezielle
Struktur ermöglicht es unserem Stubentiger, räumlich
und bei jedem Licht zu sehen. Das hoch entwickelte Katzenauge
ist aber auch sehr empfindlich. Bereits kleine Verletzungen,
Infektionen oder Krankheiten wie Bluthochdruck können
das Auegnlicht schwer beeinträchtigen.
Die Hinweise auf eine Augenerkrankung können vielältig
sein: Das Tier zwinkert unkontrolliert mit dem betroffenen
Auge, meidet Licht und empfindet offensichtlich Schmerzen,
betont Univ-Prof. Dr. Barbara Nell von der Veterinärmedizinischen
Universität Wien. Ausgangspunkt der Beschwerden ist eine
durch das sogenannte feline Herpesvirus verursachte Entzündung
der Bindehaut, die sich in weiterer Folge auch auf die Hornhaut
ausbreiten kann. Ob eines oder beide Augen befallen werden,
hängt dabei vom gesundheitlichen Allgemeinzustand der
Katze ab.
Ein Schutz vor dem sehr ansteckenden, aber für Hunde
und Menschen ungefährlichen Katzen Herpesvirus ist praktisch
unmöglich. Unabhängig von Alter oder Rasse kann
jede Katze betroffen sein. Aber nicht alle Katzen erkranken
auch tatsächlich: In ihnen kann seit Geburt das Virus
schlummern, aber nicht ausbrechen.
Manche
Katzen sind Übertäger
Sie
fungieren lediglich als Übertäger und infizieren
andere Katzen, so Prof. Nell. Je mehr KAtzen an einem Ort
gehalten werden, desto größer ist demnach das Risiko
einer Ansteckung. Das Virus kann auch jederzeit wiederkehren,
da es sich auch nach einer erfolgreichen Abheilung nur zruückzieht,
aber nicht vollkommen verschwindet.
Virus
kann die Hornhaut zerstören
Bereits
bei den ersten Anzeichen einer Infektion muss sofort der Tierarzt
aufgesucht werden. Bleibt die Herpes-Infektion unbehandelt,
kann das Virus nämlich auch die Hornhaut zerstören.
Bei der Therapie setzt man im Anfangsstadium in erster Linie
auf eine Stärkung des Imunsystems. Prof. Nell: "Im
Rahmen einer dreiwöchigen Behandlung kommen hier Augentropfen,
MEdikamente sowie spezielle Nahrungsergänzungsmittel
zum Einsatz. Hat das Virus bereits auf die Hornhaut übergegriffen,
muss in sehr schweren Fällen operiert werden, Bei diesem
Eingriff wird das zerstörte Hornhautgewebe abgetragen
und durch ein Bindehauttransplantat ersetzt.
Hohe
Erfolgsrate bei Hornhautoperationen
Laut
Prof. Nell betragen die Erfolgschancen bei einer derartigen
Operation 100 Prozent: Nach zwei bis drei Wochen wandelt sich
das Bindehaut- in Hornhautgewebe um und es bleibt am Ende
nur noch eine kleine weiße Narbe sichtbar.
Andere Augenerkrankungen entwickeln sich langsam und werden
vom Besitzer oft erst zu spät bemerkt. Man muss hier
bedenken, dass die Katze dank ihres hervorragenden Tast- und
Geruchsinnes ein Augenleiden lange erfolgreich kompensieren
kann, erläutert Prof. Nell.
Diese Augenschäden sind meist Folge von Infektionskrankheiten
oder Bluthochdruck, der durch einen Nierenschaden, Herzfehler
oder einer Überfunktion der NEbenschilddrüsen ausgelöst
wird. Wir dieser Zustand nicht rechtzeitig erkannt, kann das
bei älteren Katzen zu einer vollkommenen Erblindung führen.